35 innovative Jahre

Die Fa. HWAM A/S hat seit jeher danach gestrebt, neue, bessere Lösungen zu finden, und in diesem Zusammenhang sind insbesondere die Verdienste von Vagn Hvam Pedersen hervorzuheben. Nachfolgend sind etliche Initiativen und Entwicklungen aufgeführt, die das Gesamtbild eines innovativen Unternehmens abrunden, das in der Branche Maßstäbe gesetzt hat.

Eine neue Branche etabliert sich.

Das Marktsegment ‚gusseiserne Kanonenöfen’, das bis zur Ölkrise 1972 fast verschwunden war, wurde danach neu belebt, und zwar mit einem eisernen Blechofen mit Tür. Das erste Modell namens RAIS, entworfen von Bent Falck, erfreute sich großer Beliebtheit. Ihm folgten eine ganze Reihe Nachahmermodelle von fragwürdiger Qualität und ohne ansprechende Form.

Im Jahre 1976 setzten sich Vagn Hvam Pedersen und der Möbelarchitekt Anders C. Fasterholdt zusammen, um einen Kaminofen zu konzipieren, der bezüglich Design und Funktion bis dato ohne Beispiel war. Die Fa. ABC Pejse (Vorgänger von HWAM) bat das dän. Prüfinstitut ‚Teknologisk Institut’ um Erprobung. Da man es noch nie mit einem solchen Modell zu tun hatte, benutzte man Messgeräte und Methoden zur Kesselprüfung, um den ersten Kaminofen auf Haltbarkeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit zu testen.

Das erfolgreiche Exportgeschäft beginnt.

Im Jahre 1980 wagten die beiden kurzerhand den Sprung ins Exportgeschäft. Ohne Vertriebserfahrung und entsprechende Sprachkenntnisse machte sich Vagn Hvam Pedersen mit einem Prospekt auf den Weg, der von Anders C. Fasterholdt ganz im Stil des Ofens gestaltet worden war. Es gab etliche Kunden, die von dem stilvollen Design begeistert waren, und bereits nach 3 Jahren wurden 2/3 der Produktion exportiert.

Einbauöfen

Im Jahre 1981 entstand der erste Standardeinsatz für einen bestehenden, gemauerten Kamin, zu dem es lose Deckpaneele für die Öffnung gab. Er wurde zu einem Riesenerfolg, der das Unternehmen fast überfordert hätte, und nur 2 Jahre später gab es mindestens 50 Nachahmermodelle auf dem Markt.

Entwicklung von feuerfestem Türglas

Bei den Konkurrenzunternehmen wurde eifrig mit Glas für Ofentüren experimentiert. Zumeist wurde Glas in dünnen Streifen eingesetzt, das zwar hohe Temperaturen aushielt, aber bestimmt keine gute Lösung darstellte. Bei der Fa. HWAM stieß man auf Glaskeramik, wie sie auch für die neuen Keramikkochplatten verwendet wurde. Auch wenn diese Lösung fünfmal so teuer wie eine herkömmliche war, entschied man sich dafür, für Glasfenster in den Ofentüren nur das Beste vom Besten einzusetzen. Dadurch dichtete die Tür aber so gut ab, dass das Glas innen verrußte. Wieder war es die Fa. HWAM, die als erste eine Methode entwickelte, dies durch gezieltes Lenken der Luft entlang der Glasinnenseite zu verhindern. Diese Art der ‚Scheibenspülung’ ist bis heute die beste auf dem Markt.

Es zeichnete sich schnell ab, dass den Öfen mit Glastüren die Zukunft gehörte, weshalb es alle anderen HWAM gleichtaten und keramische Scheiben einsetzten. Da es Glaskeramik nur als flache Scheiben gab, musste man für Öfen mit gewölbter Vorderseite weiterhin Glas in Streifen einsetzen, was auf Dauer aber keine Lösung war. Bei HWAM versuchte man es mit Biegen bei hohen Temperaturen in einem Brennofen. Das gelang zwar einigermaßen, doch das Problem, dass die Scheibe dabei milchweiß wurde, ließ sich nicht lösen. In Zusammenarbeit mit der deutschen Fa. Schott AG wurde jedoch eine Lösung gefunden, die auf einer Messe in Deutschland in einem Kaminofen mit gewölbter Vorderseite (Modell ABC 6) präsentiert wurde.

Die HWAM automaticTM

In der 2. Hälfte der 80er Jahre rückte die Frage der Zulassung von Kaminöfen bezüglich Sicherheits- und Umweltkriterien in den Vordergrund, und die Anforderungen an die Hersteller verschärften sich. Es war nicht schwierig, Öfen zu entwickeln, die in einem Testinstitut die begehrte Zulassung erhielten, doch war dies nicht realistisch, weil in den Wohnungen nun einmal andere Bedingungen als im Labor herrschen. Je nach Schornstein, Brennholz und Einstellung der Regulierklappen können die Ergebnisse dort weit voneinander abweichen. Aus diesem Grund entwickelte man bei HWAM eine Automatik, die für optimale Verbrennung sorgt, unabhängig von den genannten Einflussgrößen. Diese leistungsfähige, umweltfreundliche Automatik ließ sich die Fa. HWAM patentieren.

 

Kacheln als neue Herausforderung
Ende der 80er Jahre wurde es Mode, Kaminöfen mit in Stahlrahmen sitzenden Fliesen zu bekleiden. Bei HWAM griff man diese Idee auf, meinte allerdings, dass es ein richtiger Kachelofen sein sollte – mit ansehnlichen Kacheln und einer Tür aus Stahl und Glas. Das erste Modell dieser Art namens ABC 1 war über und über mit Kacheln (20 x 20 cm) bedeckt, die von verdeckten Federklemmen gehalten wurden. Für damalige Verhältnisse war das eine äußerst attraktive, revolutionierende Lösung. Der größte und bekannteste deutsche Hersteller von Kacheln ließ uns wissen, dass die Probleme mit zunehmender Größe wuchsen. Das weckte unseren Ehrgeiz. Wir meinten nämlich, es müsse toll aussehen, die Ofenseiten mit jeweils nur einer großen Kachel zu bekleiden. Unser Architekt Anders C. Fasterholdt fertigte einen Entwurf an, und dann wurde ein Hersteller namens Piazzetta in Italien gefunden, der es ebenfalls reizvoll fand, etwas zu machen, was andere für unmöglich hielten. Das Projekt wurde gemeinsam umgesetzt, und HWAM war der erste Hersteller, der auf einer Messe in Deutschland den ersten Ofen dieser Art vorstellen konnte.

Formgepresstes Isoliermaterial
Anfang der 90er Jahre brachte die Fa. Skamol A/S ein neues, leistungsfähiges Isoliermaterial namens Vermakulit auf den Markt, mit dem sich die Verbrennung verbessern ließ. Einziger Nachteil war das Aussehen, denn es ähnelte einer Spanplatte. Als wir erkannten, dass die Form bei der Herstellung keine Rolle spielte, schufen wir eine neue Form, die unseren Vorstellungen entsprach. Dies erwies sich als Erfolg für beide Unternehmen. Ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Skamol A/S ließ uns später wissen, dass HWAM sie erst darauf gebracht habe, dass die Palette der Einsatzmöglichkeiten für das Produkt noch breiter als ursprünglich angenommen war.

Speckstein
Speckstein beziehen wir von dem finnischen Unternehmen Tulikivi. Hierbei handelt es sich um eine besondere Art von Granit mit hohem Talkum-Gehalt, die sich ebenso wie Kacheln als Kaminofenverkleidung eignet und sich seit 10 Jahren großer Beliebtheit erfreut. HWAM brachte die Fa. Tulikivi dazu, den Speckstein zu formen und dazu bisher nicht eingesetzte Werkzeuge zu verwenden. Dieser Geschäftsbereich ist heute weitaus größer als das ursprüngliche Kerngeschäft, und die Fa. Tulikivi hat wohl einen weltweiten Marktanteil von 60 bis 70%.

Designwettbewerbe
Im Jahre 1998 veranstaltete die Fa. HWAM als einzige ihrer Branche einen Designwettbewerb, und zwar aus Anlass des 25-jährigen Bestehens. Diese äußert erfolgreiche Veranstaltung wurde seither mehrmals wiederholt. Beim letzten Wettbewerb im Jahre 2005 setzten die Designer Strand & Hvass mit den innovativen Kreationen HWAM 3310, HWAM 3320 und HWAM 4410 neue Designmaßstäbe.

Neue Möglichkeiten mit Holz-Pellets
Mit der Entwicklung von HWAM Elements, einem Pelletofen, konnte eindrucksvoll bewiesen werden, was in diesem Bereich möglich ist. Da es sich um ein außergewöhnlich kostspieliges und langwieriges Projekt handelte, musste man voll und ganz daran glauben und beharrlich sein, um zu einem einzigartigen Ergebnis zu kommen.

HWAM ist ein Synonym für Innovation
Was hier vorgestellt wurde, ist nur ein Ausschnitt aus den vielen großen und kleinen Erfolgen in Sachen Innovation. Es ließen sich noch weitaus mehr aufführen. Unkonventionelle, nicht alltägliche Verfahren haben auch Eingang in die Produktion gefunden. Natürlich ist manches auch misslungen, aber wie heißt es so schön: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“ Die Bereitschaft zu Veränderungen und Risiken einzugehen ist groß. Die Freiheit dazu hat man eben in einem Privatunternehmen.


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